Forster gewinnt Gesamtweltcup: Mit Selbstvertrauen zu den Paralympics
Das Weltcup-Finale im Para Ski alpin ist vor allem für die deutschen Frauen erfreulich verlaufen. Anna-Lena Forster (BRSV Radolfzell) gewann nicht nur die beiden abschließenden Rennen in Veysonnaz (Schweiz), sondern setzte sich damit auch in der Gesamtwertung knapp an die Spitze. Anna-Maria Rieder und Andrea Rothfuss holten zum Abschluss zwei Podiumsplätze und landeten auch in der Slalom-Gesamtwertung auf Rang zwei und drei. Rieder verpasst den Gesamtsieg dabei nur hauchzart.
Es waren die letzten Rennen vor dem großen Saison-Highlight für das deutsche Para Ski alpin-Team. Die Mannschaft von Bundestrainer Justus Wolf zeigte sich bei der Paralympics-Generalprobe in der Schweiz erneut gut in Form und schließt die Weltcup-Serie mit mehreren Erfolgserlebnissen und einer Kristallkugel ab. Gewonnen hat diese Anna-Lena Forster, die erneut ihre Ausnahmestellung in der Klasse der Monoskifahrerinnen unter Beweis stellte. In Veysonnaz war sie im Slalom und Riesenslalom nicht zu schlagen und eroberte dadurch knapp den ersten Rang in der Gesamtwertung. „Anna-Lena hat beim Weltcup-Finale mit sehr souveränen Rennen überzeugt. Das gibt ihr Sicherheit und Selbstvertrauen“, betont Justus Wolf.
Die beiden Siege in Veysonnaz waren wichtig, denn mit der Spanierin Audrey Pascual Seco hat die vierfache Paralympics-Siegerin eine starke Konkurrentin. Am Ende waren es zwanzig Punkte Vorsprung, die über den Gesamtsieg entschieden haben – Anna-Lena Forster hatte 1.570 Punkte gesammelt, Audrey Pascual Seco 1.550. Neben der Spanierin werden sich bei den Paralympics wohl auch die chinesische Athlet*innen Wenjing Zhang und Sitong Liu mit Anna-Lena Forster um die vorderen Plätze duellieren. Justus Wolf: „Die beiden Chinesinnen waren leider nicht am Start, so dass es nicht die erhoffte richtige Standortbestimmung war. Hauptkonkurrentin dürfte jedoch ohnehin die Spanierin werden, die sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt hat. Sie ist jung und angriffslustig." Ob auch die Japanerin Momoka Muraoka bei den Spielen in Cortina wieder dabei sein wird, ist noch unklar. Die dreifache Paralympics-Siegerin von Peking 2022 war in diesem Winter aufgrund eines gebrochenen Schlüsselbeins noch gar nicht im Weltcup am Start.
Podestplätze für Rieder und Rothfuss im Riesenslalom
Anna-Maria Rieder und Andrea Rothfuss schafften es in der Gesamtwertung auf die Plätze fünf und zehn, stellten in Veysonnaz aber vor allem wieder ihre Fähigkeiten in den technischen Disziplinen unter Beweis. Rieder gewann den Riesenslalom vor Rothfuss, während es am zweiten Wettkampftag für Rieder für den zweiten Platz reichte. Rothfuss verpasste das Podium als Vierte knapp. Noch enger ging es in der Gesamtwertung der Slalom-Wettbewerbe zu. Vor Andrea Rothfuss auf dem dritten Rang holten Anna-Maria Rieder und Ebba Aarsjoe jeweils 300 Punkte. Aufgrund der höheren Anzahl an Siegen landete die Schwedin am Ende auf dem ersten Rang.
Die deutschen Männer fuhren zwar nicht aufs Podium, zeigten aber vor allem im Slalom ansprechende Leistungen. Christoph Glötzner wurde Neunter, einen Tag zuvor war er im Riesenslalom bei einem starken Teilnehmerfeld auf Rang zwölf eingefahren. „Bei Christoph Glötzner haben wir ein paar Umstellungen vorgenommen, die gut funktioniert haben. Er ist wieder in die richtige Richtung unterwegs“, berichtet Justus Wolf. Gleiches gilt laut dem Bundestrainer auch für Alexander Rauen. In der Klasse der sehbehinderten Männer holte der 24-Jährige einen fünften Platz im Slalom sowie Rang sechs im Riesenslalom. Monoskifahrer Leon Gensert wurde im Riesenslalom Zehnter und schaffte es im Slalom auf den fünften Rang. „Leon Gensert ist einen richtig guten zweiten Durchgang gefahren. Das war ein Lichtblick, der ihm gut tun wird“, sagt Bundestrainer Wolf.
Bis zu den Paralympics vom 6. bis zum 15. März in Cortina stehen nun keine Wettkampfrennen mehr für das deutsche Para Ski alpin-Team an. Dafür beginnt am 16. Februar am Oberjoch im Allgäu das erste Trainingslager im DSV-Trainingszentrum. Anschließend folgt das Speed-Trainingslager am Götschen in Berchtesgaden. Und dann ist es auch nicht mehr lange bis zu den Spielen in Mailand und Cortina. Die Vorfreude dürfte nach dem Weltcup-Finale in Veysonnaz nur noch größer sein.
Quelle/Text: Paul Foreman / DBS